Kletzenbrot ein Hauch von Adventstimmung

Kletzenbrot alte Familientradition – mit vollwertigen Zutaten, wärmenden Gewürzen, welche eine vorweihnachtliche Stimmung in unser Haus zaubern. 

Ich verbinde mit dem Kletzenbrot schöne Kindheitserinnerungen. Kurz vor Weihnachten gab es immer einen großen Laib Kletzenbrot von Oma. Irgendwann hat dann auch meine Mama damit begonnen, selbst welches zu backen. Während meiner Ausbildung habe ich auch immer gerne ein Stück für unter der Woche mitgenommen. Mit nach Hause ist meist nichts mehr gekommen. 

Das Kletzenbrot ist eines der ältesten Weihnachtsgebäcke in Österreich. Es wurde früher besonders in bäuerlichen Familien gebacken und war damit eine Methode das verfügbare Obst auch anderwärtig zu verarbeiten und haltbar zu machen. Dazu wurden Birnen, Äpfel, Zwetschgen im Herbst in Scheiben geschnitten, auf Schnüre aufgefädelt, in trockenen Räumen aufgehängt und getrocknet. 

Das ursprüngliche Kletzenbrot war ein einfaches Roggenbrot, in welches ausschließlich Kletzen (Dörrbirnen) und Dörrzwetschgen eingebacken wurden. Mit der Zeit und der Verfügbarkeit haben sich auch die Rezepturen verändert. Rosinen, Feigen, Datteln und auch Zitronat, sowie Aranzini finden sich in den heute üblichen Rezepturen. Auch Zucker oder Honig werden oft gerne zugegeben. Bei diesem Gebäck ist jedoch oft weniger mehr. 

Mein Kletzenbrot-Rezept backe ich nun mittlerweile seit einigen Jahren immer sehr ähnlich. Bei der Auswahl der Früchte spielt auch der individuelle Geschmack eine Rolle. Mittlerweile hat sich die Kletzenbrot-Tradition auch auf meine Familie übertragen und das Kletzenbrot ist fast schon das beliebteste Weihnachtsgebäck bei uns geworden. 

Gerade traditionelles Gebäck spiegelt auch unsere persönlichen/familiären Vorlieben wider. Bei der Wahl der Früchte können wir variieren (siehe oben), verlasst euch dabei auf euren persönlichen Geschmack. Die Gesamtmenge der Früchte sollte jedoch annähernd dieselbe bleiben. 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen! 

Vollkorn-Kletzenbrot 

Zutaten Brotteig für 2 Laibe

600 g Roggenvollkornmehl 

200 g Weizenvollkornmehl

150 g Sauerteig (haben wir keinen eigenen Sauerteig, einfach einen Sauerteigansatz besorgen) 

600 ml Wasser

15 g Salz 

 
Zutaten Früchtemischung: 

300 g Kletzen (Dörrbirnen) 

200 g Dörrpflaumen 

200g Dörrfeigen 

100 Datteln getrocknet

150 g Haselnüsse ganz

2 EL Zelten-Gewürz 

60 ml Rum 

120 ml Wasser 

 
Zubereitung Teig:

1. Alle Zutaten für den Teig zu einem eher festen Teig verkneten.  

2. Teig über Nacht bei Zimmertemperatur reifen lassen (kann auch länger sein). 

3. Früchte für die Fruchtmischung auch am Vortag klein schneiden, mit Rum-Wassermischung und Gewürzen vermengen. Früchtemischung über Nacht durchziehen lassen. 

4. Am nächsten Tag Teig in zwei Teile teilen und flach drücken. Die Hälfte der Fruchtmischung und die Nüsse auf den Teig geben.

5. Teig vorsichtig von außen nach innen über Früchte schlagen. Darauf achten, dass die Früchte gleichmäßig verteilt sind. Die ganze Masse ist sehr klebrig.

6. Mit nassen Händen einen länglichen Laib formen und mit Teigkarte auf Backblech heben.  

7. Mit dem zweiten Brot gleich verfahren. 

8. Brot für 40 Minuten ruhen lassen und dann im vorgeheizten Rohr bei 240 ° 10 Minuten backen. Danach auf 190° zurückdrehen und ca. 50 Minuten fertig backen. 

Anmerkung: Aufgrund des enthaltenen Fruchtzuckers (aus den Früchten) bekommt das Brot eine sehr dunkle Farbe, es hilft ein wenig das Brot die letzte halbe Stunde mit einem weiteren Backpapier abzudecken. 

Küchentipp:

Haben wir keinen eigenen Sauerteig, dann einen Sauerteigansatz (Trockenprodukt zum Anrühren) besorgen. Es lohnt sich, wird das Kletzenbrot ausschließlich mit Sauerteig gebacken, hält es sich sehr lange frisch – mehrere Wochen sind kein Problem.

Natürlich können wir das Kletzenbrot auch mit Hefe backen, dabei muss jedoch die Menge des Sauerteigs durch Wasser ersetzt werden (ca. 120 – 130 ml = Ersatz für 150 g Sauerteig). 

Ernährungstipp:

Das Kletzenbrot ist auch ein sehr gesundes, vollwertiges Gebäck. Die Zutaten sind Vollkornmehl, Sauerteig, Wasser und Dörrfrüchte. Vollkornmehl hat eine gute sättigende Wirkung und enthält auch wertvolle Ballaststoffe. Ein weiterer Ballaststofflieferant sind die enthaltenen Dörrfrüchte. Somit kann ein Kletzenbrot auch eine träge Verdauung unterstützen. Sind wir es jedoch nicht gewöhnt, sollten wir dieses zu Beginn nicht in zu großen Mengen essen, aber unser Körper gewöhnt sich bald daran. 

Bausteine für eine gute Mahlzeit:

  • 1 Kohlenhydrate-Baustein (Vollkornmehl, Früchte) 
  • 1 Eiweiß-Baustein (Naturjoghurt)
  • 1 Frische-Baustein (Früchte, Obst)

 

Kletzenbrot mit ein wenig Butter und einer Tasse Tee ist eine wertvolle Mahlzeit. Essen wir vielleicht davor oder danach beispielsweise ein Naturjoghurt mit einem Stück Obst, haben wir wieder alle Bausteine für eine gute Mahlzeit beisammen.

 

Ich freue mich auf euren Besuch und eure Kommentare!

Marianne

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