Zucker & Zuckeralternativen: Das Fazit

Zucker und Zuckeralternativen Teil 3 – das Fazit

Im abschließenden Teil habe ich mich bemüht eine möglichst objektive Bewertung hinsichtlich der Fakten abzugeben. Eine ganz klare Aussage welches Produkt jetzt besser ist lässt sich selbst für mich schwer treffen, es kommt immer auf den Blickwinkel und auf unsere gesundheitliche Ausgangsituation an. Aber macht euch selbst ein Bild davon.

Fazit zu 3 Aspekten im direkten Vergleich:

  1. Gesundheitlicher Aspekt (Blutzuckerwirkung, Kariesbildende Wirkung, Verträglichkeit)
  2. Ökologischer Aspekt (Produktion/Rohstoff, Transportaufwand)
  3. Verwendung (Getränke, Kochen und Backen)

Bewertung mit Plus oder Minus:

+++ sehr gut

++ gut

+ ok

+ – mäßig

– schlecht

– – sehr schlecht

 

Fazit Gesundheitlicher Aspekt

Punkt 1: Kalorien und Blutzuckerwirkung

Punkt 2: Kariesbildende Wirkung

Punkt 3: Verträglichkeit

Zucker

Punkt 1: – –

Punkt 2: – –

Punkt 3: + +

Süßstoff

Punkt 1: +++

Punkt 2: + + +

Punkt 3: +

Zuckeralkohole

Punkt 1: ++

Punkt 2: +++

Punkt 3: + –

Honig

Punkt 1: – –

Punkt 2: – –

Punkt 3: + –

Ahornsirup

Punkt 1: – –

Punkt 2: – –

Punkt 3: + –

Kokosblütenzucker

Punkt 1: – –

Punkt 2: – –

Punkt 3: + –

Hinsichtlich „Blutzuckerwirkung und Kalorien“ schneiden Zucker, Honig, Kokosblütenzucker und Ahornsirup annähernd gleich schlecht ab, da alle eigentlich im Grunde aus „Zucker“ bestehen. Süßstoffe und Zuckeralkohole hingegen sind diesbezüglich die günstigere Wahl, da diese auf den Blutzuckerspiegel keine Auswirkung haben. 

Hinsichtlich „kariesbildender Wirkung“ sind Zuckeralkohole und Süßstoffe positiv hervorzuheben, alle andere Süßmittel können die Bildung von Karies fördern.

Hinsichtlich „Verträglichkeit“ müssen wir auf unseren Körper hören. Fruktose und Zuckeralkohole können von unserem Darm nur in bestimmten Mengen verarbeitet werden, führen wir davon zu viel zu oder haben wir eine geringe Toleranz, sind Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall die Folge. 

 

Fazit ökologischer Aspekt 

Punkt 1: Produktion und Rohstoff

Punkt 2: Transportaufwand

Zucker

Punkt 1: + +

Punkt 2: + +

Süßstoffe

Punkt 1: – –

Punkt 2: + –

Zuckeralkohole

Punkt 1: –

Punkt 2: –

Honig

Punkt 1: + +

Punkt 2: + +

Ahornsirup

Punkt 1: + +

Punkt 2: – –

Kokosblütenzucker

Punkt 1: + +

Punkt 2: – –

Hinsichtlich „Produktion und Rohstoff“ schneiden Zucker, Honig, Ahornsirup und Kokosblütenzucker annähernd gleich gut ab. Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind hinsichtlich Verarbeitung aufwendiger und auch der Rohstoff ist nicht wirklich bzw. nur noch teilweise von natürlichem Ursprung.

Hinsichtlich „Transportaufwand“ schneiden Honig und Zucker am besten ab. Beide Produkte werden bzw. können zur Gänze in Österreich produziert werden. Gerade Honig ist auch regional sehr gut verfügbar. Süßstoffe (Stevia), Zuckeralkohole, Ahornsirup und Kokosblütenzucker haben nicht in unseren Breiten ihren Ursprung.

 

Fazit Verwendung

Punkt 1: für Getränke

Punkt 2: zum Kochen und Backen

Zucker

Punkt 1: + +

Punkt 2: + +

Süßstoffe

Punkt 1: + +

Punkt 2: – –

Zuckeralkohole

Punkt 1: –

Punkt 2: + +

Honig

Punkt 1: + –

Punkt 2: +

Ahornsirup

Punkt 1: + –

Punkt 2: +

Kokosblütenzucker

Punkt 1: +

Punkt 2: + +

Hinsichtlich „Verwendung“ ist Zucker am vielseitigsten einsetzbar, deswegen ist Zucker auch in der Lebensmittelproduktion so schwer zu ersetzen. Bei der Produktion von Getränken werden Süßstoffe und Zucker gerne eingesetzt, jedoch bleibt zu hinterfragen in welchem Ausmaß derartige Getränke notwendig sind.

Hinsichtlich „Kochen und Backen“ lassen sich eigentlich alle Süßmittel, mit der Ausnahme von Süßstoffen gut verwenden, dabei ist die individuelle Vorliebe entscheidend.

 

Ernährungstherapeutische Aspekte

Gesunde Menschen:

Sind wir gesund, egal ob für Kinder oder Erwachsene spricht nichts gegen einen maßvollen Umgang mit Zucker oder ähnliche wirkenden Süßmitteln (Honig, Ahornsirup, Kokosblütenzucker). Wir sollten dabei die Menge im Blick haben, damit wir unsere Geschmackssensibilität für süß eher auf einem geringen Niveau halten. In einer normalen Ernährung mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln benötigen wir nicht wirklich viel Zucker/Süßmittel. Beim Kochen selten, beim Backen – ja, aber da können wir auch auf die Mengen achten. Konsumieren wir Zucker oder Süßmitteln in diesem Rahmen wirken sich diese auch nicht negativ auf unsere Gesundheit aus.

Ernährungstherapie:

Gehen wir in den Bereich der Ernährungstherapie gilt es immer die jeweilige Ausgangssituation im Blick zu haben. Gerade bei der Therapie von Unverträglichkeiten (Fruktose) oder bei Magen/Darmbeschwerden gilt es auf die Auswahl bzw. die Menge der jeweiligen Süßmittel zu achten. Unser Körper hat nur eine bestimmte Toleranz für Fruktose, in größeren Mengen kann Fruktose auch bei Menschen ohne Fruktose Unverträglichkeit zu Beschwerden führen. Zucker als Süßmittel ist bei derartigen Beschwerden meist die bessere Wahl, da dieser ein günstige Fruktose/Glukose Verhältnis aufweist.

Auf der anderen Seite bieten Süßstoffe und Zuckeralkohole bei der Therapie von Diabetes Mellitus I manchmal eine gute Alternative, da diese den Blutzuckerspiegel nicht erhöhen. Dabei ist nicht die Rede vom normalen Alltag, sondern von bestimmten Lebenssituationen, da kann es hilfreich sein auf derartige Süßungsmittel zurückgreifen zu können. Beispielsweise eine Geburtstagsfeier, alle Kinder dürfen zur Feier des Tages Limonaden oder Fruchtsäfte trinken und Kinder mit DM I müssen zusehen 🙁 In diesem Fall finde ich es besser Kindern einen bewussten Umgang damit beizubringen, viel gefährlicher für ihre Gesundheit ist es, wenn sie gezuckerte Limonaden heimlich trinken würden.

Grundsätzlich sollte jedoch das Ziel sein Süßmittel bewusst einzusetzen. 

Ernährungsbedingte Erkrankungen:

Bestimmte Süßmittel, im Besonderen Zucker zählen zu den Mitverursachern für ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes Mellitus II, Übergewicht und Herz- Kreislauferkrankungen. Der bevorzugte Therapieansatz bei derartigen Erkrankungen ist es den Konsum derartiger Süßmittel zu reduzieren, im Besonderen über Getränke und über Lebensmittel, welche diese in versteckter Form enthalten. Alternativprodukte wie Süßstoffe oder Zuckeralkohole können hierbei manchmal unterstützend eingesetzt werden.

Vorrangig gilt es jedoch das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und Alternativprodukte nicht als Lösung anzusehen.

Persönliches Fazit

  1. Ich finde es wäre wichtiger übersüßte Produkte jeglicher Art mit einem geringeren Gehalt an „süße“ zu produzieren, um unser Süß-Level wieder auf ein geringeres, natürlicheres Niveau zu bringen.
  2. Der Großteil des Zuckers ist nicht in der „normalen“ Ernährung zu Hause zu finden, sondern dieser ist in den vielen verarbeiteten Produkten versteckt. Gerade dieser versteckte Zucker wird für viele von uns zum Problem. Im Besonderen wenn diese Produkte mit vermeintlich „gesund“ angepriesen werden. Hierfür Ersatzprodukte zu produzieren, löst nicht das eigentliche Problem.
  3. Verwenden wir mehr natürliche Lebensmittel ist die Problematik bereits gelöst. Denn dann wird Zucker zum Backen und manchmal zum Kochen als Gewürz eingesetzt und dies versursacht noch lange kein Ernährungsproblem. 
  4. Je nach Ausgangsituation bzw. ernährungstherapeutischem Hintergrund entscheiden, manchmal können Zuckeralternativen eine Hilfe sein.
  5. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema bekenne ich mich weiterhin zu einem bewussten Einsatz von Honig und Zucker. 

 

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema?? Für welches Süßmittel werdet ihr euch in Zukunft entscheiden?

Ich freue mich auf euren Besuch und eure Kommentare.

Marianne

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